Vitiforst als Schlüssel zum Humusaufbau im Weinbau: Modellprojekt CarboVino startet mit Pflanzung
Im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens CarboVino zur Förderung des Humusaufbaus im Weinbau wurden in den vergangenen Wochen die Grundsteine für zwei Vitiforstanlagen gelegt: Beim Weingut Blankenhorn in Baden wurden in einem ersten Schritt über 150 Sträucher sowie rund 30 Bäume gepflanzt. Auch an der Mosel, beim Weingut Kirsten-Liebieg, wurden erfolgreich heimische Sträucher und verschiedene Laubbaumarten gesetzt. Beide FAIR’N GREEN Weingüter zeigen sich sehr zufrieden mit dem Start der Vitiforstanlage und sehen dem weiteren Verlauf des Projekts positiv entgegen. Das Projekt adressiert eine zentrale Herausforderung im modernen Weinbau: die nachhaltige Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit unter den Bedingungen von Klimawandel, zunehmenden Extremwetterereignissen und steigenden Anforderungen an Ressourcenschutz.
Vitiforst im Weinbau: Systemansatz mit Mehrwert
Vitiforstsysteme stellen eine spezifische Form des Agroforsts dar, bei der mehrjährige Gehölzstrukturen gezielt in Rebflächen integriert werden. Durch die räumliche und funktionale Kombination von Reben, Sträuchern und Bäumen entstehen diversifizierte Produktionssysteme mit erhöhter ökologischer Stabilität. Neben Effekten auf Mikroklima, Biodiversität und Erosionsschutz rückt insbesondere der Einfluss auf den Boden und den Humushaushalt in den Fokus aktueller Forschung.
Der Humusaufbau hängt davon ab, wie viel organisches Material in den Boden gelangt und wie stabil dieses dort gebunden wird. Vitiforstsysteme fördern beides: Gehölze liefern regelmäßig organische Substanz durch Laubfall, Wurzeln und Schnittgut. Dieses Material wird im Boden zersetzt und teilweise in stabilen Humus umgewandelt. Außerdem führt die größere Vielfalt an Pflanzen zu einem aktiveren und vielfältigeren Bodenleben. Mikroorganismen, insbesondere Pilze, spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie organische Substanz in dauerhafte Humusverbindungen überführen. Tiefwurzelnde Gehölze bringen zudem Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten nach oben. Über den Laubfall gelangen diese wieder in den Oberboden und unterstützen dort den Humusaufbau. Insgesamt kann so mehr Kohlenstoff langfristig im Boden gespeichert werden, welches einen wichtigen Beitrag für Bodenfruchtbarkeit und Klimaschutz leistet.
Über das Projekt CarboVino
Das Projekt CarboVino erforscht innerhalb der „HumusAllianz“ praxistaugliche Maßnahmen zum Humusaufbau im Weinbau. Insgesamt sind 36 Modellbetriebe im Projekt. Diese setzen Maßnahmen zum Humuserhalt und zur Humussteigerung um, der Erfolg der Maßnahmen wird über jährliche Bodenproben und -analysen validiert. Betreut wird die Umsetzung der Maßnahmen durch den Nachhaltigkeitsverband FAIR’N GREEN und die Bioverbände Bioland, Demeter und Naturland. Das Projekt CarboVino ist Teil des größten Forschungsprojekts zu Humusaufbau in Sonderkulturen (Apfel, Hopfen, Gemüse und Wein) in Deutschland.
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Schafe im Weinberg: CarboVino-Feldtag zeigt innovative Wege zum Humusaufbau im Weinbau
