Rheinisches Fingerkraut kehrt zurück an die Ahr:
Schlumberger, Botanischer Garten Bonn, FAIR’N GREEN und Weingut Nelles pflanzen 400 Setzlinge der weltweit einzigartigen Pflanze aus
- 7. Oktober 2025
Bad-Neuenahr Heimersheim an der Ahr, 07. Oktober 2025: Ein besonderer Moment für die Artenvielfalt im Ahrtal: Gemeinsam mit dem Botanischen Garten Bonn und dem Weingut Nelles haben Mitarbeiter:innen von Schlumberger das Rheinische Hügelfingerkraut erfolgreich um einzelne Weinberge des Weinguts Nelles ausgepflanzt. Die Aktion wurde im Rahmen der Save Natura Initiative des Fair and Green e.V., Verband für ganzheitliche Nachhaltigkeit durchgeführt und symbolisiert, wie gelebter Naturschutz und nachhaltige Landwirtschaft Hand in Hand gehen.
Gruppenfoto der Pflanzaktion am Weingut Nelles mit Vertreter:innen von Schlumberger, dem Botanischen Garten Bonn und FAIR’N GREEN – Save Natura.
Eine fast verlorene Pflanze kehrt zurück: Das Rheinische Fingerkraut (Potentilla rhenana) ist eine botanische Rarität und zugleich ein Stück lebendiges Kulturerbe des Ahrtals. Seine natürliche Heimat sind die Weinbaulandschaften entlang von Ahr und Mosel, wo es bevorzugt an sonnigen Wegrändern, Trockenmauern und Böschungen wächst. Diese wertvollen Lebensräume sind jedoch stark gefährdet:
Durch Flurbereinigung, intensive Bewirtschaftung oder Verbuschung gehen viele dieser Kleinstrukturen verloren. Das macht das Rheinische Fingerkraut zu einer vom Aussterben bedrohten Art, deren Überleben unmittelbar von einer behutsamen Bewirtschaftung der Weinberge im Ahrtal abhängt, da die Pflanze nur noch im Ahrtal gefunden wurde. Anders als viele verwandte Hybridarten konnte sich das Rheinische Fingerkraut als eigenständige, fortpflanzungsfähige Art stabilisieren – ein in Mitteleuropa außergewöhnliches Phänomen.
Durch nachhaltige Weinbergsbewirtschaftung und die Pflege artenreicher Begrünungen entstehen wieder Lebensräume, in denen seltene Pflanzen und Insekten dauerhaft bestehen können. Bereits in der Vergangenheit wurden durch den Botanischen Garten Bonn Auspflanzungen vorgenommen, um die Art zu erhalten. Solche Maßnahmen sind entscheidend, damit sich die Bestände langfristig wieder etablieren können – denn das Rheinische Fingerkraut kommt ausschließlich in den Weinbaugebieten der Ahr und der Mosel vor.
Mit der aktuellen Pflanzaktion von Save Natura, Schlumberger und dem Weingut Nelles wird diese Arbeit fortgeführt: Rund 400 Jungpflanzen wurden in die Weinberge der Ahr zurückgebracht – ein starkes Zeichen für die enge Verbindung von Forschung, nachhaltigem Weinbau und gelebtem Artenschutz.
Das Weinhandelsunternehmen Schlumberger, welches seinen Standort in Meckenheim hat, unterstützt die Aktion finanziell sowie durch Freistellung Personen für die Auspflanzung.
Hierzu Rudolf Knickenberg bei Schlumberger:
“Wenn wir die das große Thema runter brechen kann jede und jeder seinen Teil dazu beitragen”.
Philipp Nelles vom Weingut Nelles ergänzt:
“Das Rheinische Fingerkraut ist ein Stück Heimatgeschichte. Es hat hier seinen Ursprung – genau wie viele Familien, die seit Generationen Weinbau betreiben.
Zu sehen, dass diese Pflanze wieder Wurzeln schlägt, ist auch emotional etwas Besonderes. Es zeigt, dass unsere Region nicht nur vom Wiederaufbau spricht, sondern ihn auch lebt.”
Engagement, das Wurzeln schlägt: Das Teamevent von Schlumberger zeigt, wie Unternehmen aktiv Verantwortung übernehmen können. Gemeinsam mit dem Botanischen Garten Bonn, dem Weingut Nelles und FAIR’N GREEN wurde ein Beitrag für eine artenreichere Zukunft geleistet – praktisch, gemeinschaftlich und mit echter Wirkung. Ein besonderes Highlight des Tages: Einige Pflanzen aus einer früheren Auspflanzaktion konnten entdeckt werden – gesund, teilweise noch blühend und fest verwurzelt. Ein lebendiger Beweis dafür, dass Engagement im Artenschutz Früchte trägt.
Danke an alle Beteiligten: Unser herzlicher Dank gilt allen, die diesen Tag möglich gemacht haben – dem engagierten Team von Schlumberger, den Expert:innen des Botanischen Gartens Bonn, dem Weingut Nelles für die herzliche Gastfreundschaft und natürlich allen Unterstützer:innen von FAIR’N GREEN, die sich für eine nachhaltige Landwirtschaft und den Schutz unserer Artenvielfalt einsetzen.
