Jens Wöbb
Gartenbaubetrieb

Jens Wöbb führt seinen Schnittblumenbetrieb in den Vier- und Marschlanden Hamburgs bereits in fünfter Generation – innovativ und bodenständig zugleich. 2006 ließ er sich als einer der ersten Betriebe in Hamburg eine klimafreundliche Holzpellet-Heizung installieren. Jedes Jahr experimentiert Jens Wöbb mit neuen Freilandblumen und kann so eine abwechslungsreiche Sortenvielfalt anbieten. Gleichzeitig kultiviert er in den Gewächshäusern zahlreiche, teils historische Rosensorten und auf den Freilandflächen wachsen seit Jahrzehnten robuste Pfingstrosen. Auch hat er sich im Laufe der Zeit als Maiglöckchen-Züchter etabliert und verkauft die Pflanzen nicht nur als Sträuße auf dem Blumengroßmarkt, sondern auch für den weiteren Anbau an Produzent:innen. Im Sommer blüht entlang der Doven Elbe auf seinen Freilandflächen eine bunte Vielfalt an Schnittblumen – von Schafgarbe bis Sonnenblume.  

„Ich erhoffe mir vom Projekt, dass unsere Ware und Arbeit mehr wertgeschätzt wird und dass es für die Öffentlichkeit besser sichtbar wird, wie viel wir schon seit Jahren für die Umwelt tun – sei es Nistkästen aufhängen, Uferrandstreifen pflegen oder der Einsatz von Nützlingen seit über 20 Jahren.“

Jens Wöbb

Betriebsalltag im Fernsehen

Jens Wöbb wurde fast zwei Jahre lang vom NDR für die Reihe „Hofgeschichten“ begleitet. Dabei konnten Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur die Vielfalt des Betriebs kennenlernen, sondern auch ganz unmittelbar erleben, wie viel Leidenschaft und handwerkliches Geschick in der täglichen Arbeit steckt. Ob beim Reparieren und Bauen, beim Ausprobieren neuer Blumensorten oder beim Testen innovativer Gartenbaumethoden – die Sendung hat gezeigt, wie vielseitig der Betrieb aufgestellt ist.
Hier sehen Sie drei Ausschnitte aus den NDR-Hofgeschichten, in denen Jens Wöbb u.a. den Nützlingseinsatz in seinen Gewächshäusern beschreibt und seine im Rahmen des EIP-Projekts angelegte Blühwiese vorstellt. Außerdem begleiten wir Jens Wöbb bei der Pfingstrosenernte.

UNSER BEITRAG

zur Nachhaltigkeit

Einsparung von CO2-Emissionen durch Holzpellet-Heizsystem seit 2006

Freiland-Pfingstrosen als Dauerkulturen zur Reduktion von Bodenbearbeitung sowie Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz

Ölrettich als Zwischenfrucht im Freiland zur Verbesserung der Nährstoffversorgung im Boden und zum Schutz vor Nematoden

Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus als fester Bestandteil des Pflanzenschutzes, wodurch auf Spritzungen z. B. gegen Spinnmilben verzichtet werden kann

Förderung der Biodiversität durch Blühstreifen als Nahrungsquelle für Nützlinge sowie durch Bereitstellung von Nisthilfen für regional gefährdete Vogelarten

Familienmanagement

Seine Frau Susanne Wöbb übernimmt die organisatorischen Aufgaben im Hintergrund, von der Steuerverwaltung bis zur Beantwortung von E-Mails. Darüber hinaus ist sie eng in die gärtnerischen Tätigkeiten eingebunden: Gemeinsam mit der seit 14 Jahren angestellten Gärtnerin kümmert sie sich um die Voranzucht der Blumen, arbeitet mit ihr und ihrer Schwiegermutter auf den Feldern mit und ist für das Binden der Sträuße sowie die Vorbereitung der Pflanzen für den Blumengroßmarkt verantwortlich. 

Biodiversitätsmaßnahmen

Im Rahmen des EIP-Projekts hat Jens Wöbb einen großzügigen Blühstreifen neben seinen Freilandflächen angelegt. Die Blühfläche bietet wertvollen Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insekten, Vögel und andere Tiere. Die Nützlinge, die von der Blütenvielfalt angelockt werden, dienen auch dem ökologischen Pflanzenschutz auf den Anbauflächen. So tragen sie nicht nur zur Bestäubung von Kulturpflanzen bei, sondern stärken insgesamt die Ökosystemleistungen in der Landwirtschaft.

Auch in den Gewächshausflächen werden Nützlinge bereits seit über 20 Jahren schädlingsspezifisch eingesetzt: so werden zum Beispiel Raubmilben zur Eindämmung von Spinnmilben- und Thrips-Befall ausgestreut. Im Projektverlauf soll mittels dem FAIR´N GREEN Tool “Toxic Load Indicator (TLI)” die Pflanzenschutzanwendungen des Betriebs untersucht und optimiert werden, indem die Toxizitäten der verwendeten und der vom Pflanzenschutzdienst empfohlenen Pflanzenschutzmittel analysiert und verglichen werden.

Jens Wöbb beobachtet auf seinen Freilandflächen regelmäßig Störche und Rebhühner, die hier Nahrung finden. Zudem ist das Betriebsgelände mit verschiedenen Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten ausgestattet. In der in Kürze fertiggestellten Gerätehalle soll außerdem ein Schleiereulen-Kasten angebracht werden, um dieser gefährdeten Art zusätzlichen Lebensraum zu bieten.

Im Rahmen des EIP-Projekts angelegter Blühstreifen auf den Freilandflächen von Jens Wöbb.

Nährstoffversorgung und Bewässerung

Zur besseren Nährstoffversorgung baut Jens Wöbb auf seinen Freilandflächen Ölrettich als Zwischenfrucht an, der vor der Aussaat der Sommerblumen und Maiglöckchen wieder in den Boden eingearbeitet wird. Die ätherischen Öle des Ölrettichs wirken zusätzlich als natürlicher Schutz vor Bodennematoden, die die Kulturpflanzen schädigen können. Ebenfalls zur verbesserten Nährstoffaufnahme, aber auch als Klimaschutz-Maßnahme durch Kohlenstoff-Fixierung im Boden hat Jens Wöbb im Rahmen des EIP-Projekts Pflanzenkohle auf einem Teil seiner Freilandflächen aufgebracht. Weitere Informationen zu Pflanzenkohle finden Sie hier.

Die Vier- und Marschlande sind von einem dichten Be- und Entwässerungssystem durchzogen, das über die Hamburger Dove Elbe und teilweise auch durch Elbwasser gespeist wird. Für die Bewässerung seiner Freiland- und Gewächshausflächen sowie für Pflanzenschutzanwendungen nutzt Jens Wöbb Grabenwasser, Wasser direkt aus der Dove Elbe sowie Brunnenwasser. Auf diese Weise werden wertvolle Trinkwasserressourcen geschont.

Die Vier- und Marschlande im Südosten Hamburgs gehören zu den ältesten Blumenanbaugebieten Deutschlands. Die Region steht für handwerklich erzeugte, saisonale Schnittblumen mit kurzen Transportwegen und großem kulturellen Wert für die Stadt.  

KONTAKT

Jens Wöbb Gartenbaubetrieb
Altengammer Hausdeich 90
21039 Hamburg

j.woebb[at]moinmoinjens.de
www.ackernfuerhamburg.de

Bild: Jens Wöbb Gartenbaubetrieb

Hier investieren die Europäische Union und das Land Hamburg in die Entwicklung ländlicher Räume.