AmBiTo-Abschlussveranstaltung
Sechs Jahre für die Artenvielfalt im Weinbau: AmBiTo-Projekt zieht erfolgreiche Bilanz
Mainz/Bonn, 12. Mai 2026: Mit einer Abschlussveranstaltung im „Alten Auktionshaus” in Mainz hat das Projekt AmBiTo heute nach sechs Jahren seine Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Das gemeinschaftliche Projekt von FAIR and GREEN e. V. und der Hochschule Geisenheim University, gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und mit Mitteln des Mundesministerium für , zieht eine bemerkenswerte Bilanz: 166 Betriebe in neun Weinbaugebieten, über 1.100 umgesetzte Biodiversitätsmaßnahmen und ein frei zugängliches digitales Toolkit für die Praxis.
Das Bundesprojekt AmBiTo (Entwicklung und Anwendung eines modularen Biodiversitäts-Toolkits für den Weinbau in Deutschland) hat nach sechsjähriger Laufzeit seine Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert und gezeigt, dass Biodiversitätsschutz und wirtschaftlich tragfähiger Weinbau kein Widerspruch sind, sondern einander für einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Weinbau sogar bedingen.
Der Tag begann mit einer Exkursion im Weingut Braunewell in Essenheim, wo Betriebsleiter Stefan Braunewell Teilnehmende durch seine Weinberge führte und die im Rahmen von AmBiTo umgesetzten Maßnahmen direkt vor Ort erläuterte. Anschließend trafen sich interessierte Fachbesucher:innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik im Alten Auktionshaus in Mainz. Hier erwarteten die Besucher Grußworte der Projektleitung, von Simon Keeland (Fachgebietsleiter Naturschutz in der Landwirtschaft beim Bundesamt für Naturschutz), Klaus Schneider (Präsident Deutscher Weinbauverband) sowie spannende Vorträge und Panel Diskussionen.
Aus der Praxis für die Praxis
Die Idee zu AmBiTo entstand aus der Beratungsarbeit von FAIR and GREEN e. V.: Viele Winzerinnen und Winzer wollten mehr für die Artenvielfalt tun, wussten aber nicht, welche Maßnahmen wirklich wirksam sind. Trotz eines Starts mitten in der Pandemie fanden sich Pionierbetriebe, die bereit waren, gemeinsam Neuland zu betreten. „Heute blicken wir mit Stolz auf ein Netzwerk von 166 Betrieben, darunter 34 Modellbetriebe und 50 Partnerbetriebe. Diese Zahlen zeigen die enorme Motivation der Branche, Verantwortung für unsere Kulturlandschaft zu übernehmen”, so Dr. Keith Ulrich, Projektleitung und Vorstandsvorsitzender von FAIR and GREEN e. V.
1.100 Maßnahmen: wissenschaftlich begleitet und wirtschaftlich tragfähig
In neun Anbaugebieten wurden über 40 Modell- und Versuchsbetriebe intensiv begleitet und rund 1.100 Biodiversitätsmaßnahmen umgesetzt: von artenreichen Einsaaten mit zertifiziertem Regiosaatgut über Strauch- und Baumpflanzungen bis hin zu Sandarien und Steinhaufen. Die wissenschaftliche Begleitung durch die Hochschule Geisenheim University stellte sicher, dass jede Maßnahme biologisch wertvoll und ökonomisch umsetzbar bleibt. „Der Weinbau hat ein ganz großes Potenzial, Biodiversität in die Fläche zu bringen – praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig”, betonte Prof. Dr. Ilona Leyer, verantwortlich für die ökologische Begleitforschung.
Das AmBiTo-Toolkit: Geprüftes Wissen frei zugänglich
Ein zentrales Projektergebnis ist das neue AmBiTo-Toolkit, das in Kürze öffentlich zugänglich sein wird. Es bündelt Anleitungen und Maßnahmensteckbriefe in sechs Themenbereichen, ermöglicht die kartografische Verortung von Maßnahmen auf Betriebsflächen und bewertet den gesamten Biodiversitätsbeitrag eines Betriebs, inklusive Pflege. Alle Inhalte sind kostenfrei abrufbar und werden laufend erweitert. Betriebe können eigene Maßnahmenvorschläge einreichen und so aktiv zur Weiterentwicklung beitragen.
Breite Unterstützung aus Wissenschaft, Verband und Behörde
Klaus Schneider, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, hob hervor, dass AmBiTo das bundesweit erste und einzige Projekt dieser Art sei und dabei stets auch die wirtschaftliche Situation der Betriebe im Blick behalten habe. Simon Keelan vom Bundesamt für Naturschutz würdigte den kooperativen Ansatz: „Konkrete und erprobte Maßnahmen zum Einsatz zu bringen – dafür ist AmBiTo beispielgebend.” Prof. Dr. Martin Entling (RPTU) zeigte sich beeindruckt von der Reichweite des Projekts und seinem starken Praxisbezug.
„Biodiversität ist keine abstrakte Zielgröße, sondern eine zentrale Grundlage für die Zukunftsfähigkeit des Weinbaus”, fasste Dr. Keith Ulrich zusammen. „Vielfältige Ökosysteme machen Weinberge widerstandsfähiger und sichern langfristig die Grundlagen unserer Kulturlandschaften.”
Alle Projektergebnisse sind frei verfügbar unter www.ambito.eco.
Über AmBiTo:
AmBiTo ist ein gemeinschaftliches Projekt von FAIR’N GREEN e. V. und der Hochschule Geisenheim University. Das Projekt AmBiTo wurde im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.
Pressekontakt:
FAIR’N GREEN e. V. | marketing@fairandgreen.com | Tel. 0228 / 76378501
www.fairandgreen.com | www.ambito.eco
